szmmctag

  • Warten auf die Luftballons

    Um 18.15 bin ich los vom Nikolaiviertel auf zum Brandenburger Tor. Eigentlich wollte ich mir die aufsteigenden Luftballons gar nicht ansehen, nachdem mein Chef meinte, die LEDs würden nicht mit den Ballons in die Lüfte schweben. Sondern unten bleiben. Wegen der Umwelt und so. Also war mein eigentlicher Plan: von Zehlendorf zum Alexanderplatz spazieren. Und dann vom Alex zurück nach Zehlendorf zu laufen. Erst in den Osten einreisen, und dann rübermachen, solange die Mauer noch steht. Denn wo bleibt sonst das Abenteuer, nicht wahr? Aber dann meinte meine Mitbewohnerin am Morgen, zu den aufsteigenden Ballons würde die Ode an die Freude angestimmt. Und dieses Stück liebe ich seit der Grundschule. (Was entweder für das Genie Beethovens oder für meinen fabelhaft ausgeprägten, natürlichen Geschmack spricht. Vielleicht auch beides.) Ich wollte es von meiner Stimmung abhängig machen, ob ich nun gehe oder nicht. Und als es soweit war, meinte meine Stimmung: "Ach, geh schon! Wird schon lustig werden!" Und auf seine Stimmung sollte man immer hören. Solange es niemand anderem schadet, versteht sich.
     
    Also bin ich auf, und auf dem Weg dorthin kam mir bereits die erste Belohnung für diese Entscheidung entgegen. In Form einer leicht angenervten Radfahrerin. Die Baustelle, durch die sich die Passanten durchfädeln mussten, bot gerade Platz genug für eine Schnur. Und diejenigen, die sich auf dem Weg zum Brandenburger Tor befanden, sahen gar nicht ein, weshalb sie Platz machen sollten für jemanden, der sich von dort weg bewegt. Ich gebe zu, kurzzeitig kam mir der Gedanke, Höflichkeit walten zu lassen und zu warten, bis die Dame auf dem Fahrrad ihren Weg fortgesetzt hatte. Dann entschied ich mich jedoch dagegen. Solange musste sie jetzt auch noch nicht warten. Und während ich an ihr vorbeiging, hörte ich nur noch, wie sie giftete: "Können die Berliner hier vielleicht auch endlich mal durch?" Aha. Zugegeben, es waren sehr viele Touristen anwesend. Franzosen, Chinesen, Russen, Amerikaner, und was nicht alles noch. Und ich selbst bin auch keine0 gebürtige Berlinerin, sondern wohne erst seit zehn Jahren hier. Zum Glück war dann aber doch jemand anwesend, der stolz sagen konnte: "Ich bin ein Berliner!" Und damit war die Sache für mich gegessen.
     
    Je näher ich dem Ziel kam, desto mehr Polizei war präsent. Zu unserem Schutz. Und dazu gehörte auch solch eine Nichtigkeit, wie auf dem Boden liegende Bierflaschen in den Mülleimer zu werfen. Damit niemand eine Slapstick Nummer hinlegen und sich dabei womöglich auch noch das Genick brechen konnte. Sehr aufmerksam.
     
    Zuerst dachte ich: "Auf ins Getümmel und durchwühlen, bis ich so nahe dran bin wie möglich!" Aber je mehr sich um mich herum tümmelte, desto weniger konnte ich sehen. Also: zurück. Leider waren sämtliche Hochstände bereits von anderen Anwesenden belegt. Weshalb ich mir einfach einen Flecken mit Armfreiheit gesucht habe. Und dann hieß es Warten. Lange Warten.
     
    In der Zwischenzeit läuft ein älterer Herr, laut in feinstem Sächsisch telefonierend, an mir vorbei. Was zu einem still einvernehmendem Lächeln zwischen mir und einem weiteren älteren Herrn in der Nähe führt. Langsam wird auch hier die Masse dichter. Aus der Armfreiheit wird Ellenbogenfreiheit. Ein Kind fängt auf den Schultern seines Vaters an zu plärren. Die Polizei bildet eine Schneise. Immer wieder versucht der ein oder andere, den Laternenmast in der Nähe zu erklimmen, jedoch jedes Mal ohne Erfolg. Neben mir steht ein Pärchen, das erst neidisch auf das Dach einer öffentlichen Toilette deutet. Zwei Mädels haben irgendwie ihren Weg dort hinauf gefunden. Was ein Ausblick! Um dann darauf hinzuweisen, dass es überhaupt keinen Sinn mache, dass ein Kind von vier Jahren auf einem Stromkasten einen besseren Ausblick haben solle als ein verständiger Erwachsener. Schließlich checke das Kind doch eh nicht die Bedeutung dessen, was gerade um sie herum passiere. Dann macht auch noch der Obdachlose mit dem ausdauernsten Organ Berlins die Leute mit einem französischen Marsch und Geblabbere über MAF nervös. (Ich muss sagen, ich war ganz froh, ihn dort zu sehen (und zu hören). Ich hab ihn schon lange nicht mehr an der Friedrichstraße gesehen, und langsam fing ich an mir Sorgen zu machen, dass er irgendwen womöglich ein bisschen zu sehr genervt haben könnte.)
     
    Und dann endlich steigen die Ballons auf. Ohne dass auch nur eine Note der Ode an die hinteren Plätze vorgedrungen wäre. Aber wir hatten ja unsere französische Marschmusik. Kaum war die Hälfte der Ballons in die Freiheit entlassen, als auch schon die ersten ihrer Aufbruchsstimmung nachgaben. Zurück in den Osten. Und auch für mich hieß es bald: auf nach Hause. Ich muss zugeben, die Massen, mit denen ich die Straßen entlang ging, hinterließen auf mich einen weitaus stärkeren Eindruck als das Event an sich. So viele Menschen! Und alle waren sie dabei, als die Lichtgrenze verschwand. Das Vorankommen gestaltete sich natürlich als schwierig. Als Fußgänger noch am einfachsten, als Autofahrer brauchte man Nerven aus Drahtseil. Die Straßen waren chaotisch, auf Kreuzungen ging es nicht weiter. Einem wurde es dann zu bunt. Er postierte sich mitten auf der Straße und blockierte die Autos, die geradeaus wollten, um diejenigen durchzuwinken, deren Ziel die Stadtautobahn war. "Weiter Leute, weiter Leute, weiter! Und halt! Hier muss ich einsteigen! Und weiter!" Was für einige Lacher sorgte. Erst als der U-Bahnhof Bülowstraße hinter mir lag, lichteten sich merklich die Reihen. Ab da war das Event auch für mich zu Ende und ich ging mit dem angenehmen Gefühl nach Hause, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

    Das Brandenburger Tor in weiter Ferne

    Und hier noch mal ein Video der Berliner Morgenpost. Die waren etwas näher dran als ich:

  • Märchenmarkt und Märchentage in Berlin und Brandenburg 2014

    Nicht nur der Mauerfall feiert dieses Jahr 25-jähriges Jubiläum, auch die Berliner Märchentage werden ein Viertel Jahrhundert alt. Gefeiert wird diesmal Britisch. Vom 6.-23. November heißt es: Once Upon A Time... Passend dazu hat sich das Maskottchen des Festivals – der gestiefelte Kater – in Robin Hood verwandelt. Und streift von Lesung zu Zaubershow zu Musikeinlage. Und zu vielem, vielem mehr. Bei dem umfangreichen Programm ohne Sieben-Meilen-Stiefel ein Ding der Unmöglichkeit. Aber Märchen machen ja genau das. Das Unmögliche möglich.

    Und auch das Nikolaiviertel war – natürlich, als historischer Stadtkern – dieses Jahr wieder dabei. Bei uns hat dieses Wochenende der Märchenmarkt stattgefunden. Herz der Veranstaltung war der Marktplatz vor der Kirche. Dort wurde ein kunterbuntes Zelt aufgeschlagen. Und in diesem Märchenland aus ebenso kunterbuntem Lichtern fanden zahlreiche Zauberhaftigkeiten statt. Hier wurde Shakespeares Wintermärchen vorgestellt, dort hat sich ein pantomimender Clown (!) in Robin Hood verwandelt. Dornröschen, die schlafende Schönheit, wurde auch dieses Mal wieder ins Leben zurückgeküsst. Und fürs Staunen und Wundern wurde hier gezaubert und dort mit dem Feuer gespielt.

    Für alle, die nach diesem gelungenen Auftakt Lust auf noch mehr Märchen haben, die können ja mal das Programmheft durchstöbern. Da sind alle Events in Berlin und Brandenburg aufgeführt.

    Berliner Märchenmarkt: Das Märchenzelt vor der Nikolaikirche

    Das Märchenzelt: hier ging's nur rein gegen bare Münze. Und dann konnte die Verzauberung auch schon beginnen.

    Berliner Märchenmarkt: der Chor

    Für alle, die Chormusik soviel abgewinnen können wie ich war dieser Auftritt eine helle Freude.

    Berliner Märchenmarkt: und noch mehr Musik
    Und noch mehr Musik. Diesmal Blues Musik. Wer sich fragt, wie Märchen und Blues Musik zusammen passen, dem kann ich nur ans Herz legen, einmal Disney's Küss den Frosch anzusehen. Danach können wir noch mal reden. Oder in stiller Übereinkunft schweigen.

  • 25 Jahre Fall der Berliner Mauer – das Jubiläumsjahr

    Wie bereits mit Dominosteinen, Marzipanbrot und Schokoweihnachtsmännern erinnern zuallererst die Billigdiscounter den Konsumenten an das große bevorstehende Fest. Die Rede ist vom Mauerfalljubiläum. Hier Tomatensoße aus der Schulkantine, dort NVA-Eintopf, zwischendurch Sandmännchen, Schnatterinchen und Pittiplatsch. Die Ostalgie-Maschinerie läuft wieder unter Volldampf.

    Ich selbst war viereinhalb Jahre alt, als die Mauer gefallen ist. Bis auf das Sandmännchen habe ich also kaum Erinnerungen an die Zeit vor der Wende. Außer, dass wir Mädchen im Kindergarten noch ordentlich knicksen gelernt haben. Auf ein Mädchen meiner Generation, das ähnlich archaische Erfahrungen im ehemaligen Westdeutschland gemacht hat, muss ich erst noch treffen.

    An den Tag des Mauerfalls hingegen erinnere ich mich deutlich. Wie ich auf den Schultern meines Vaters saß, um uns herum unglaublich viele, unglaublich glückliche Menschen auf den Straßen meiner kleinen Heimatstadt in Grenznähe. Aus Erzählungen weiß ich, was viele von ihnen danach gemacht haben. In ihr Auto steigen. Und erstmals unbehelligt über die Grenze zur Schwesternation fahren. Teils, um sich zu vergewissern, dass der Mauerfall nicht nur ein weiteres Medienmärchen ist. Teils aber auch, um zu konsumieren. So gesehen schließt sich mit den ganzen Ostalgieprodukten eingangs erwähnter Billigdiscounter ein 25 Jahre alter Kreis.

    Meiner Meinung nach ist es zwar ganz nett, ab und an mal Minzkissen mit Schokofüllung zu lutschen. Aber wirklich nahe kommt man damit der Deutschen Demokratischen Republik und was zu ihrem Ende geführt hat meiner Meinung nach nicht. Auch wenn das definitiv damit zusammenhängt, dass ich kein Sechstel meines Lebens in diesem Staat zugebracht habe. Aber für mich heißt das, dass mir nichts anderes übrigbleibt, als mich anderweitig mit den Erfahrungen meiner Eltern und Großeltern (Urgroßeltern habe ich schon keine mehr) auseinanderzusetzen. Das geschieht natürlich vor allem durch Gespräche. Aber im Jubiläumsjahr bieten sich viele Möglichkeiten, von der Mikro- zur Makroperspektive zu wechseln. Oder einfach ausgedrückt: viele Ausstellungen, viele Touren, sogar eine App für iPhone und Android leisten Beihilfe zur Geschichtsflucht.

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    Editor's Picks:

    Die noch bis nächstes Jahr laufende Ausstellung "Risiko Freiheit – Fluchthilfe für DDR-Bürger 1961-1989" in Marienfelde. Weil ich keine Ahnung habe, was mich da erwartet. Und das ist immer gut, wenn man seinen Horizont erweitern möchte. Und weil der Eintritt frei ist.

    Die Doku "David Hasselhoff: 25 Jahre Mauerfall" auf National Geographic (9. November, 22.00 Uhr) lasse ich mir von meiner Schwester aufnehmen. Wahrlich nicht, weil ich Fan bin. Für Knight Rider und Baywatch war ich damals noch zu jung und "I've been looking for freedom" kenne ich auch nur aus diversen Themenchartshows. Aber ich bin mit dem Mythos aufgewachsen, The Hoff selbst wäre der Meinung gewesen, sein 80iger-Jahre-Hit hätte zum Fall der Berliner Mauer geführt. Was er zu diesem einschneidenden Geschichtserlebnis zu sagen hat und warum, nachdem er vor drei Jahren mit diesem Mythos aufgeräumt hat, möchte ich mysteriöserweise wissen.

    Aber vor allem interessiert mich die Lichtinstallation vom 7.- 9. November entlang des ehemaligen Berliner Mauerverlaufs: Leuchtende Luftballons markieren die alte Trennlinie zwischen Ost- und Westberlin. Und steigen in der Nacht des 9. November als Symbol der Freiheit in die Luft. Ob die Parallele zu dem Nena-Hit "99 Luftballons" beabsichtigt ist, kann ich nicht sagen. Aber im Hinblick auf aktuelle politische Ereignisse kann es nicht schaden, sich den Song mal wieder von Anfang bis Ende anzuhören.

    Was euch interessiert, das könnt ihr natürlich selbst am besten entscheiden. Die Auflistung aller laufenden und geplanten Events auf berlin.de macht's bequem und einfach möglich.
  • Die Wikinger – eine Ausstellung für die ganze Familie

    Die letzte Ausstellung, die ich mir im Martin-Gropius-Bau angesehen habe, das war die Hokusai-Ausstellung vor drei Jahren. Die mir mit meinem Interesse für Japan sehr gefallen hat. Ich erinnere mich jedoch, trotz massivem Schlendertempo habe ich damals keine zwei Stunden gebraucht, um jedes Exponat unter die Lupe zu nehmen. Mit der gleichen Erwartung bin ich letzten Freitag in die Wikinger-Ausstellung gegangen. Und habe etwas über anderthalb Stunden Zeit mitgebracht. Was eindeutig zu wenig ist, wie sich schnell herausstellt.

    Ich stelle mich also um zehn Uhr morgens zusammen mit vielleicht siebzig anderen Interessierten an und warte auf Einlass. Zehn Minuten später bin ich drin, Ticket gekauft (6€ ermäßigt, für alle anderen 12€), Rucksack abgegeben, und dann endlich ab in die Ausstellung. Deren Herzstück sticht dann auch gleich zentral und gewaltig ins Auge: die Fundstücke eines 37m langen Wikingerschiffs von Roskilde. Eingearbeitet in ein metallenes Gittergestell, mit dessen Hilfe der Besucher sich ein Bild von den tatsächlichen Ausmaßen des Schiffes machen kann. Das scheint auch der rote Faden zu sein, der sich durch die gesamte Ausstellung zieht: Anschaulichkeit. Und sehr viel Liebe zur Thematik. Hier kann einem Schauspieler dabei zugesehen werden, wie er sich Lage für Lage die Wikingerrüstung anlegt. Dort leuchtet um die Replik des berühmten Jellingsteins die Übersetzung seiner Runen. Und dazu: Grabfunde & Knochenfunde, Erläuterungen zum heidnischen Glauben, zur Christianisierung. Den Waffen der mittelalterlichen Eroberer ist ein eigener Raum gewidmet. Und vieles, vieles mehr. Durch den letzten Raum habe ich leider durchhetzen müssen, da ich sonst nicht rechtzeitig zur Arbeit gekommen wäre. An den erinnere ich mich also nur noch verschwommen. Ein riesiger Eisbär ist irgendwie das einzige, was sich in mein Gedächtnis gegraben hat.

    Aber ich habe genug gesehen, um zu wissen: hierher möchte ich noch einmal zurück. Diesmal mit doppelt so viel Zeit. und dann auch mit Audioguide. Bis zum 04. Januar nächsten Jahres habe ich Gelegenheit. Das sollte zu schaffen sein.

  • Festival of Lights – The Quick Tour

    Ok, eigentlich war für gestern angedacht, dass ich mit meinem Freund zusammen zum Festival of Lights gehe, dort nebenher Fotos für den Caps and Sox Blog schieße – und so zwei Fliegen mit nur einer Klappe schlage. Aber wie das Leben manchmal so spielt, ab und zu fallen auch die besten Pläne ins Wasser und gehen jämmerlich unter. Meinem Freund kommt spontan etwas dazwischen. Aber mein Chef erwartet für heute natürlich weiterhin die Bilder. Mit denkbar schlechter Laune steige ich also in die M48, bis zur Station Varian-Fry-Straße. Dort ausgestiegen werde ich begrüßt von: Schleichwerbung! Na schön! Da hat also Tamaris das Beisheim Centre für sich gekauft. Bitte versteht mich nicht falsch. Tamaris stellt wunderbare Schuhe her. Nur habe ich vom Festival of Lights einen anderen, einen höheren künstlerischen Anspruch. Da will ich nicht zuallererst von Brand Tags begrüßt werden. Egal, wie hübsch sie in das Gesamtbild eingeflochten sind.

    Das Beisheim Centre beim Festival of Lights 2014
    Und weiter geht's mit der schlechten Laune: die niedlichen, kleinen Mandalas auf dem rechten Daimler City Gebäude reißen mich schon in der realen Welt nicht unbedingt vom Hocker. Auf den Fotos kommen sie jedoch noch farbloser rüber! In dem Moment beschließe ich: Quick Tour – je schneller ich das hier hinter mich gebracht habe, desto schneller kann ich mich zu Hause unter meine Decke verkriechen und Trübsal blasen. Wobei, diese Heiligenkutten ohne Inhalt, die mit dem Berliner Stadtplan bestrahlt werden, die haben schon irgendwie was. Kein Wunder, dass sich alle davor ablichten lassen wollen. Wird also schon nicht so blöd werden!

    Potsdamer Platz beim Festival of Lights 2014Potsdamer Platz beim Festival of Lights 2014
    Weiter geht die Tour, Richtung Brandenburger Tor. Am Holocaust Mahnmal vorbei. Das natürlich kein Teil des Festval of Lights ist. Verständlicherweise. Aber dahinter wird – an die amerikanische Botschaft – Martin Luther King jr. mit seinen berühmten Worten an die Wand gestrahlt: I have a Dream. Das sieht für mich im ersten Moment aus wie ein Plakat, so gestochen scharf, wie das Motiv an die Fassade geworfen wird. Chapeau! Nicht schlecht! Aber weiter.

    Amerikanische Botschaft beim Festival of Lights 2014
    Das Brandenburger Tor überrascht mich dann positiv. Letztes Jahr hat eher die Flüchtlingsdemo direkt davor für Aufsehen gesorgt als die doch eher uninspirierten Motive an der wohl berühmtesten Berliner Sehenwürdigkeit. Aber Michelangelos Fingerzeig Gottes aus der Sixtinischen Kapelle überzeugt selbst fünf Jahrhunderte später. Und verabschiedet werde ich vom Herzen einer riesigen Gerbera (mein Chef und ich haben Rätsel raten gespielt: es ist auf jeden Fall eine Blume! Kann sein, dass ihr etwas vollkommen anderes darin erkennt.). Aber ihr merkt, mit meiner Laune geht es langsam bergauf.

    Brandenburger Tor beim Festival of Lights 2014
    Einen kleinen Dämpfer gibt es dann doch noch einmal. Vor dem Microsoft Gebäude Unter den Linden: die grau herunter laufenden Wassertropfen lassen eher Grusel als Freude aufkommen. Deswegen verschone ich euch auch mit dem Foto. Die wahrhaft morbiden Naturen unter euch können sich das Ganze ja mal anschauen und sich daran erfreuen – oder eben nicht. Wie es euch gefällt.

    Gefreut hat mich, dass die Humboldt Universität dieses Jahr teilnimmt. Und tropische Fauna mit Wasserfällen abgebildet an ihrer Fassade entlangleuchten lässt. Wie das künstlerisch gedeutet werden mag, das bleibt jedem selbst überlassen. Ich glaube ja, das hat was mit den originellen Gedanken zu tun, die in Strömen durch das Universitätsgebäude fließen sollen.

    Humboldt Universität beim Festival of Lights 2014
    Das Hotel de Rome direkt gegenüber überzeugt mich wiederum nicht sonderlich. Aber das mag auch daran liegen, dass die Installation letztes Jahr meine drittliebste war. Und ich zwar bessere Laune habe, aber trotzdem nicht so viel Zeit hier verbringen will um auf ein schöneres Motiv zu warten. Denn wirklich genießen und schlendern, das will ich dann doch lieber mit meinem Freund. Der mir versprochen hat, dass das abgesagte Date nachgeholt wird. Deshalb bitte ich auch um Entschuldigung, dass ich mit Scheuklappen an meiner Lieblingssehenswürdigkeit vom letzten Jahr vorbeilaufe: das Palais am Festungsgraben, das sich dankbarerweise hinterm Kastanienwäldchen verbirgt.

    Meine Nummer Zwei kann ich leider nicht so einfach ignorieren. Der Berliner Dom versteckt sich nicht verschämt hinter Jahrhunderte alten Bäumchen, sondern präsentiert sich stolz den Schaulustigen. Und zwar so, wie es zu erwarten war: pompös, atemberaubend, wunderschön. Und abwechslungsreich.

    Berliner Dom beim Festival of Lights 2014Berliner Dom beim Festival of Lights 2014Berliner Dom beim Festival of Lights 2014
    Leider muss alles, was danach kommt, einfach weniger Eindruck hinterlassen: also, sorry, Fernsehturm mit deiner perlmutten glänzenden Kuppel – du hast es wahrlich versucht. Aber der Berliner Dom war vor dir da. Und ehrlich, eigentlich will ich nur noch nach Hause. Und mich auf den Moment freuen, an dem ich nicht geschäftlich auf dem Festival of Lights unterwegs bin, sondern so, wie es sich gehört: in Begleitung. Wobei ich zugeben muss, dass die vielen bunten Lichter meine Stimmung mehr als erfolgreich aufhellen konnten.

    Fernsehturm beim Festival of Lights 2014
  • Impressionen Nikolaifestspiele 2014

    So, der erste Tag vorbei, der zweite läuft auf Hochtouren. Zeit für die ersten Fotos. Mein Eindruck: noch atmosphärischer als letztes Jahr. Noch mehr zu sehen, noch mehr zu probieren, noch mehr zu erleben.
    Viele Wunderschöne Kostüme gibt es zu bewundern - von der Kaiserzeit bis zurück in den Barock.
    KorbflechtereiAlte Schiebekunst
    Aber nicht nur die Hochwohlgeborenen sind vertreten - die handwerklichen Fertigkeiten vom Korbflechter zum Schmied, vom Schreiner zum Papierschöpfer laden zum Staunen ein.
    Geschicklichkeitsspiele für Groß und KleinPapierschöpfen
    Mitmachspaß für Kinder (und Kinder im Herzen): ob Geschicklichkeitsspiele oder selber mal ein Blatt Papier herstellen. Der Spaß kommt hier bestimmt nicht zu kurz.
    Ich bitte um Aufmerksamkeit für das linke, obere Bild. Erkennt ihr es wieder? Nein? Schaut noch einmal genau hin. Auch wenn es sich im Laufe eines Jahres ein wenig verändert hat - zum Besseren, wie ich finde :)
    Große FeeKutsche
    Beeindruckend: die Fee auf Stelzen geht so grazil, als seien ihr tatsächlich Flügel gewachsen. Und für alles Irdische findet der Transport über die Kutsche statt.
    Barockes TrioDer Quacksalber
    Zur Unterhaltung werden Witz und Kunst aufgebracht. Gerne in Kombination. Der Quacksalber reimt aufs Vortrefflichste, während er sein Publikum mit Späßchen unterhält.
  • Die zweiten Nikolaifestspiel August 2014 begleitet CAPS AND SOX mit einem Shoppingsonntag

    Nachdem die Nikolaifestspiele letztes Jahr erfolgreich in die erste Runde gestartet sind, geht es dieses Wochenende mit Vollgas in die zweite. Vieles ist gleich geblieben, vieles kommt neu hinzu. Publikumsmagnet dieses Jahr sind zweifeilsohne Starfriseur Udo Walz, der euch mit Perücken den historisch letzten Schliff verleiht. Und Starstylist René Koch, der nicht nur den ein oder anderen Schwank aus der Geschichte des Make Ups zu berichten weiß, sondern auch Schminktechniken im Wandel der Zeiten präsentieren wird. Das alles könnt ihr am Ort der Schönheit live miterleben – und fotoscheu sind die beiden auch nicht: wer sich mit den beiden fotografieren lassen möchte, der ist herzlichst dazu eingeladen.

    Aufs rote Festspielsofa lädt in diesem Jahr Moderatorin Andrea Horn ein. Zu Gast werden neben den beiden oben genannten Gentlemen sein: Stadtführerin Anna Haase, der älteste Ureinwohner des Nikolaiviertel Bernd Müller, die Wahrsagerin El-Fantadu und natürlich noch viele andere. Das gesamte Programm findet Ihr auf der Webseite der Nikolaifestspiele.

    Außerdem flanieren historische Persönlichkeiten durch die Straßen, die Gäste präsentieren ihre eigenen Kostüme und Kreationen – von low budget bis pompös. Die Prinz-Heinrich-Kerls exerzieren wie zu Zeiten des Alten Fritz. Leiherkastenspieler unterhalten mit ihrer Kunst. Der Quacksalber wird unter dem Gelächter der Zuschauer den Zeremonienmeister von einem unbekannten Übel heilen. Um nur eine kleine Auswahl des Programms herauszupicken. Und nebenher wird gegessen, getanzt, verkostet, gespielt, unterhalten. An Groß und Klein wurde gedacht, sodass am Ende des Tages jeder sagen kann: schön, hier gewesen zu sein.

    Wir werden natürlich auch geöffnet haben. Samstag und Sonntag erwartet euch unser Team. Und es gibt zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, denn wir sind noch im Sommer Sale und haben viele attraktive Sommerartikel bis zu 50% reduziert. Gleichzeitig haben schon einige Labels wie Djinns, Levis, Brixton und Quiksilver die Herbst Kollektionen ausgeliefert. Da gibt es wieder viele neue Designs und einige echte Klassiker zu entdecken.

    Wir freuen uns auf euch - und auf das ereignisreiche Wochenende

    Hier eine kleine Foto Collage der Nikolaifestspiele 2013
    Nikolaifestspiele 2013

  • Bread and Butter Berlin 2014

    Ok. Ich war jetzt seit fünf Jahren nicht mehr auf der B&B. Und fünf Jahre sind eine lange Zeit. Damals wurde das Tempelfeld noch nicht so heiß diskutiert wie dieses Frühjahr. (An dieser Stelle dankeschön noch einmal an all jene, die für die Erhaltung der Tempelhofer Freiheit gestimmt haben. Ihr habt einen der schönsten Sonnenuntergangsspots Berlins bewahrt.)

    Und das damals war meine allererste große Modemesse. Natürlich hatte ich meinen Spaß. Trotzdem. Das Interesse war nie groß genug, um aktiv nach einem weiteren Ticket zur größten Streetstyle-Messe Berlins zu verlangen. Bis zu diesem Jahr. Da hab ich meinen Chef dann so lange genervt, bis er mir ein Ticket besorgt hat. Naja, genau genommen brauchte es nicht sonderlich viel Überzeugungsarbeit. Nur noch einmal eine Erinnerung zum richtigen Zeitpunkt. Und ein paar Tage später war es dann da. Mein Ticket. Da ich in der Lage bin, meinen Mangel an Ordnungswahn realistisch einzuschätzen, habe ich das Ticket erst gar nicht mit in das Chaos, das ich mein zu Hause nenne, genommen. Sondern in der Schublade meines Schreibtisches verwahrt. Ihr seht, es war mir wirklich sehr wichtig, dorthin gehen zu können.

    Mittwoch war es dann für mich soweit. Nachdem ich mein letztes Referat in diesem Semester hinter mich gebracht hatte, dachte ich: "Zeit für eine Belohnung. Zeit für die Bread and Butter." Also ging es auf Richtung Platz der Luftbrücke. Dort angekommen habe ich zuallererst meinen Beutel mit der Brand Bible gesichert. Und dann ging es hinein. Bändchen fürs Handgelenk. Bändchen für den Hals. Und schon war ich ein laufendes Aushängeschild für das Motto dieses Jahres - Carnaval do Brasil.

    Da ich lediglich als Besucher und nicht als Einkäufer dort war, hatte ich Gelegenheit, ganz entspannt Impressionen einzusammeln. Hier wird Mickey Mouse auf die Leinwand gebracht, dort werden Fußbälle unters Volk verteilt (yes, einen abgegriffen!!!), hier lässt sich jemand zur Erinnerung an die B&B ein Tattoo auf die Lende stechen (Ehrlich! Ich dachte nur so: "Mann, das muss eine krasse Fashionista sein! Hardcore!"). Draußen waren dann - getreu dem Motto - Favelas und Fußballtore aufgebaut, ein Sänger südamerikanischen Couleurs sorgte mit seiner Gitarre für Livemusik.

    Nach zwei Stunden war ich drei Zeitschriften, zwei Sticker, einen Fächer und unzählige Eindrücke reicher. Und habe dem ganzen Modezirkus den Rücken gekehrt. Gegen Hunger gab's dann noch Pommdöner vor der Bushaltestelle. Unter den Schirmen saß ich mit einer entnervten Besucherin der Messe. Just in diesem Moment hatte es begonnen, Hunde und Katzen zu regnen. Ich hatte trotzdem meinen Spaß. Regen ist Segen. Auch wenn ich selbst mal den ein oder anderen Tropfen abbekomme :)

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  • 7 Jahre Caps and Sox - feiert mit kostenlosem Versand und vielen weiteren Aktionen!

    Kostenloser VersandSo schnell ging es rum, dass wir es beinahe nicht bemerkt hätten. CAPS AND SOX wird wieder ein Jahr älter. Diesmal geht es ins verflixte siebte Jahr. Davon lassen wir uns unseren Optimismus jedoch nicht nehmen. Wir haben schließlich viele treue Kunden. Ihr werdet uns in dieser schweren Zeit schon beistehen ;) Und weil wir euch dafür sehr dankbar sind, machen wir euch nicht nur ein, sondern gleich mehrere Geburtstagsgeschenke. Zwei davon gibt es sofort, damit euch das Warten ein wenig leichter fällt. Von heute an bis zum 20. Juli bestellt ihr versandkostenfrei in unserem Onlineshop. Und bis zum 14. Juli gibt es mit unserem Geburtstagsgutschein 20% auf euren Einkauf obendrauf. Fünf weitere Geschenke folgen. Für jedes Jahr eins. Seid also gespannt!
     
    Kleiner Tipp: Wenn ihr Fan der Caps and Sox Facebook-Gruppe werdet, erfahrt ihr immer ganz besonders schnell von unseren anderen Aktionen. Und könnt ordentlich mitmischen.
     
    Wir freuen uns schon jetzt auf ein weiteres erfolgreiches Jahr mit euch an unserer Seite,
    Euer Caps and Sox Team

    Gabriella, Marc, Marco, Roswitha und Melanie
    Happy Birthday!

  • Eindrücke vom 1. Berliner Bücherfestival im Nikolaiviertel

    So. Kurz schon mal dagewesen, bevor es nachher zur Lesung Rob Alefs geht.

    1 Wer Lust hat (und sich entscheiden kann), darf hier sein Lieblingsbuch in Kreide auf den Asphalt setzen lassen. Hab mich für Jane Austens Überredung entschieden. Danach dachte ich, Fahrenheit 451 wäre die bessere Wahl gewesen.
    2 Kinderbücher: allein schon die Cover ♥
    3 Hat jetzt nicht viel mit Büchern zu tun. Aber viel mit Berlin.
    4 Der letzte Ureinwohner des Nikolaiviertels: Bernd Müller. Sein Buch "Zukunft ist ohne Vergangenheit nicht möglich" liegt gerade neben mir. Nebst Schornsteinfeger-Figur.

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